Kulturentwicklung, persönliche Leistungsfähigkeit und Zufriedenheit (6/7)

Die Leistungsfähigkeit

Bevor wir uns über den Erhalt von Leistungsfähigkeit Gedanken machen können, ist es sicher sinnvoll, diesen Begriff zu definieren. Dabei hilft uns, dass im 2. Blogbeitrag vorgestellte Kompetenzmodell.

Kompetenzmodell

Es beschreibt die Komponenten, die nötig sind, um in einem Kontext (in einer bestimmten Situation) handlungsfähig zu sein.

Für unseren Zweck lässt sich das Wort „handlungsfähig“ durch „leistungsfähig“ ersetzen.

Leistungsfähig ist der, der seine persönlichen Ressourcen kennt und sie in Bezug auf ein bestimmtes Ergebnis selbstorganisiert einsetzen kann.

Was sind ihre persönlichen Ressourcen?

Auch wenn wir sie bis jetzt nicht so genannt haben, sind sie doch in den letzten Blogbeiträgen schon präsent gewesen. Sowohl ihre Motive als auch ihre Werte, sind Ressourcen, da sie den Kern jeder ihrer Handlungen bilden. Natürlich gehören auch die anderen Kompetenzen (Feld-, Fach- und sozio-kommunikative Kompetenz) dazu, aber die wichtigsten Bestandteile einer guten Entscheidung sind ihre Werte und Motive.

Wann immer sie sich in Kontexten/Situationen bewegen oder Aufgaben übernehmen, bei denen sie ihre Ressourcen nutzen können, werden sie eine hohe persönliche Leistungsfähigkeit erreichen. Im Umkehrschluss heißt das, sie sollten Ihre Ressourcen gut kennen, damit sie in Situationen die Entscheidungen von ihnen verlangen, schnell und gut reagieren können. Das gilt für die Bewerbung auf einen neuen Job und für den Kauf eines neuen Autos genauso wie für mögliche neue Aufgaben im Unternehmen. Die Frage, die sie sich stellen, lautet: Passt das, wofür ich mich entscheiden soll zu meinen Ressourcen!

Zufriedenheit

Zufriedenheit gehört mit Abstand zu den meistgenannten Begriffen, die während der Zusammenarbeit mit unseren Kunden formuliert werden. Das lässt auf eine hohe Attraktivität des Begriffs und der individuellen Bedeutung schließen.

Und doch haben die meisten Kunden erst einmal Schwierigkeiten mit diesem Wort. „Zu groß, zu banal, zu ungenau“ sind nur ein paar Reaktionen, die wir oft hören. Es bedarf einiger Reflexionsschleifen, bis sich die Erkenntnis einstellt, dass dieser Begriff doch das Gefühl trifft.

Im Umkehrschluss würden sich Menschen, Teams und Führungskräfte nicht mit ihrer aktuellen Situation und dem Thema Kulturentwicklung auseinandersetzen, wenn sie nicht unzufrieden damit wären.

Unzufrieden mit der Stimmung, dem Stress, dem fehlenden Fortschritt und den schlechten Ergebnissen. Am meisten aber mit der eigenen Rolle und Hilflosigkeit in vielen Situationen.

Ich bin immer wieder sehr überrascht, dass Zufriedenheit als emotional attraktiver Zustand so sehr in den Hintergrund gerückt ist, dass es beträchtlicher Anstrengungen bedarf, ihn als Ziel zuzulassen. Ich glaube hier hat die Sozialisierung in unserer Gesellschaft ganze Arbeit geleistet. Sobald wir in den Kindergarten bzw. in die Schule gehen, geht es nicht mehr um unsere eigenen Ressourcen oder Potentiale und damit um unsere individuelle Leistungsfähigkeit und unsere Zufriedenheit.

Es geht darum, den Bedürfnissen des Gesellschafts- und Wirtschaftssystem, in dem wir leben, zu dienen und als menschliche Ressourcen zum Beispiel in den MINT-Fächern zur Verfügung zu stehen. Wir werden damit in vielen Kontexten (Schule, Arbeit) weniger als Subjekte wahrgenommen, sondern eher als Objekte behandelt.

Vielleicht haben Sie Lust auf eine kleine Reflexion:

  • Spielen ihre individuellen Ressourcen bzw. Potentiale eine Rolle bei dem, was sie beruflich tun?
  • Können sie ihre Ressourcen regelmäßig nutzen?
  • Sind sie voll leistungsfähig?
  • Sind sie zufrieden?

Die Menschen, mit denen wir gearbeitet haben, können die oben genannten Fragen präzise beantworten. Sie können aus diesen Erkenntnissen Handlungen entwickeln, die sie ihrer individuellen Zufriedenheit ein Stück näherbringen. Sie sind sprachfähig in Bezug auf ihre individuellen Potentiale und Ressourcen.

Die Bedeutung für die Kulturentwicklung

Unser Antrieb ist es, Menschen dabei zu unterstützen, sich ihrer Ressourcen und Potentiale bewusst zu werden und diese Erkenntnisse im Sinne der eigenen Leistungsfähigkeit und Zufriedenheit zu nutzen und in Prozesse der Kulturentwicklung einzubringen.

Wenn dies in einem nennenswerten Umfang gelingt, bedeutet das, dass viele Menschen beginnen, anders und neu zu handeln. Das Resultat ist die natürliche Entwicklung einer neuen Kultur des Zusammenlebens und der Zusammenarbeit.

Freuen Sie sich darauf!

Es könnte das erste Mal in Ihrem Leben sein, dass es um die Entfaltung Ihrer Potentiale und um Ihre Zufriedenheit geht.

Viele Grüße Ihre Kulturpartner!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.