Kulturentwicklung ist die Umsetzung (2/2)

Operationalisierung der Unternehmenskultur

So, und wie soll das nun funktionieren? Arbeiten an der Unternehmenskultur? Alles soll schöner und besser werden, zumindest anders. Entspannte und gesunde Menschen, starke Teams, großartige Innovationen und so weiter. Alles was stört soll möglichst wegfallen.

Werkzeuge existieren viele. Vision, Leitbild, Unternehmensstrategie, HR, Betriebliches Gesundheitsmanagement, Mitarbeiterbefragungen, Bewertungen der Kultur nach gewünschten Maßstäben, schöne Möbel, Kicker-Tisch, Obstkorb, gemeinsame Mittagessen, agile Methoden, Home-Office und vieles mehr.

Aber wie soll gestartet werden, was ist in welcher Reihenfolge sinnvoll?

Aus unserer Sicht ist die grundlegende Frage, wie die Veränderungen an der Unternehmenskultur herbeigeführt werden sollen. Soll die Unternehmenskultur mehr oder weniger vorgegeben werden und alle versuchen dann, so gut es geht, sich daran auszurichten? Oder stellt sich Kulturentwicklung als iterativer, evolutionärer Prozess dar, an dem alle Beteiligten wirklich teilhaben, eingebunden sind und aktiv mitwirken?

Wir stehen für den zweiten, den prozessorientierten Ansatz.

Kulturentwicklung als systemischer Wirkkreislauf

Arbeiten an der Unternehmenskultur ist also kein einmaliger Akt. Das ist insbesondere auch deswegen einleuchtend, da es nicht nur die eine Unternehmenskultur gibt. Vielmehr konkretisiert sich diese ständig in allen Kontexten, in allen Teams, in allen Entscheidungen und allen Konflikten. Permanent, jeden Tag.

Im Sinne eines systemischen Wirkkreislaufes ist Kulturentwicklung lebendig, lernend, selbstregulierend und selbstaktualisierend.

Lebendig meint – Reize wahrzunehmen, zu bewerten und permanent, organisch auf Veränderungen zu reagieren.

Lernend meint – die eigene Kultur wahrzunehmen, zu bewerten und sie stetig und bewusst weiterzuentwickeln.

Selbstregulierend meint – im Wesentlichen ohne äußere Steuerung zu sein, sondern individuell, aber als Teil des Ganzen auf den jeweils vorliegenden Anlass zu reagieren.

Selbstaktualisierend meint – Kultur weiter zu entwickeln, genau zu dem Zeitpunkt und in dem Bereich, der gerade aktuell ist.

Befähigung von Menschen zur Entwicklung der Kultur in ihren Organisationen

Im Prinzip geht es also darum, Führungskräfte und Mitarbeiter dafür auszubilden, ihre Entscheidungen und Lösungen selbstbestimmt und aus eigener Kraft finden zu können. Damit sie auf diesem Weg mehr Selbstbestimmtheit, mehr Entfaltung und Begeisterung aber auch mehr Zugehörigkeit und Verbundenheit miteinander entwickeln können, empfehlen wir eine Vorgehensweise, die auf vier grundlegende Kompetenzen setzt. Und Menschen in Organisationen in diesen Kompetenzen befähigt.

Die Basis ist Selbstkompetenz. Damit Menschen sich über ihre Kontexte und damit über ihre Organisationskultur austauschen und verhandeln können, helfen Ihnen Einsichten und Fähigkeiten, sich selbst und andere besser zu verstehen. Es geht darum sprachfähig zu werden, in Bezug auf eigene Bedürfnisse, eigene Werte, über das was einen antreibt und oder wovor man ggf. Angst hat. Sich darüber verständigen zu können, hilft sehr, gemeinsam emotional attraktive Anliegen zu entwickeln.

Da Kultur aus Handlungen von Menschen besteht und entsteht, sollten Menschen sich also zu jedem Zeitpunkt über ihre Handlungen verständigen können. Eine gemeinsame „Sprache“ als Basis ist damit aber auch erfolgskritisch, damit das effizient und effektiv gelingt.

Selbstkompetenz ist aber auch die Grundlage, um gut führen und mit anderen konfliktreduziert zusammen arbeiten zu können. Kompetenzen in den Bereichen Zusammenarbeitskultur, Konfliktkultur und Führungskultur ergänzen und erweitern die sozialen Fähigkeiten.

Arbeit ist am Ende ein sozialer Prozess. Für Menschen in digitalen Transformationen und oder auf dem Weg in modernere und agilere Arbeitsweisen ist das Erlernen dieser vier sozialen Kompetenzen sehr hilfreich.

Die Bedeutung für die Kulturentwicklung

Wenn Kultur die Strategie ist, dann ist Kulturentwicklung die Umsetzung. Operationalisierung im klassischen Sinne, ist dann die Befähigung der Mitarbeitenden, sich und ihre Mitstreiter potentialorientiert zu verstehen und in einer neuen Dimension über Werte, Bedürfnisse und Motivation austauschen und verhandeln zu können. Und damit die Kultur in ihren Organisationen, permanent weiter zu entwickeln.

Viele Grüße Ihre Kulturpartner!

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